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Deine Adresse, der Insidertipp: Fünf Hausparty-Hacks von bekannten Wiener DJs

Weißt du noch: Hauspartys? Anlass vieler unserer besten Partygeschichten und Spielplatz von so einigen späteren Star-DJs. Je mehr wir Partys als Konzept derzeit missen müssen, desto höher werden wir die Latte für Raves in den eigenen vier Wänden nach Ende der Pandemie anlegen. Zückt die Notizblöcke für eine Zeit nach Corona: Fünf bekannte Wiener DJs verraten dir jetzt, welche Hausparty-Tipps sie parat haben.

Disclaimer:

Wir distanzieren uns stark von sogenannten Corona-Partys. Die folgenden Tipps sind für eine zukünftige Zeit gedacht, in der Hauspartys und DIY-Raves wieder sicher und nicht gesundheitsgefährdend sind – für euch oder andere.

1. Bleibt so spontan, wie es nur geht!

»Die besten Hauspartys passieren einfach«, sagt Gerald Van der Hint, Techno-Aktivist, -DJ und -Musiker mit Verwurzelung in der LGBTIQ+-Community. Für ihn ist es Teil des Spirits, dass man immer wieder mal losgehen muss, um Zigaretten oder Bölkstoff zu organisieren. Unerwartete Gäste, Pleiten, Pech und Pannen seien das Salz in der Suppe – nach dem Motto: »Overthinking is the death of the spirit.« Gerald rät dabei auch stark von Partyspielen und gezwungenen Versuchen ab, andere miteinander ins Gespräch zu bringen. Was Musik angeht, ist er von der Fraktion Laufenlassen. Musik solle man einfach aufdrehen und nur dann nachjustieren, wenn’s grad gar nicht passt. Auf jeden Fall gilt es seiner Meinung nach zu vermeiden, dass einzelne Gäste einfach ihre Lieblingsmusik abspielen. »Das führt immer zu Psychoterror und meistens zu Streit«, sagt der DJ.

2. Traut euch was bei der Raum- und Musikauswahl!

Rumi von Baires legt bei verschiedenen Queer-Events auf und ist Resident-DJ der Wiener Partyreihe »A Party Called Jack«. Für ihn ist es immer ein »Bummer«, wenn Hauspartys fast ausschließlich in der Küche stattfinden. Dabei sieht Rumi Hauspartys als Chance, Sounds zu spielen, die im Club zu kurz kommen – wie etwa Ambient und Jazz.

Aber besonders betont Rumi die enge Verknüpfung von Clubs und Hauspartys, vor allem mit Blick auf die Anfänge der Clubkultur. Zum Beispiel David Mancusos Loft-Partys in den frühen 1970er-Jahren – Invitation-only-Veranstaltungen in seiner Wohnung in New York, wo viele eine musikalische und künstlerische Zuflucht gefunden hätten. David Mancuso habe als erstaunlicher Musikkurator gegolten und im Gegensatz zu heutigen DJ-Sets oft Tracks von Anfang bis Ende gespielt. »Ich wünsche mir so sehr ein Comeback von solchen Hauspartys, wenn es pandemiebedingt wieder möglich ist«, sagt Rumi.

3. Investiert Zeit und Kreativität in die Dekoration!

»Nebel ist Leben«, sagt Mareia. Die DJ aus dem für ihre ausgefallenen Party-Dekorationen bekannten Downtempo-Kollektiv »Heimlich« weiß, wovon sie spricht. Buntes Licht, eine Nebelmaschine, ein Beamer für verrückte Projektionen und Deko-Elemente wie Pflanzen, Stoffe und Bilder für die kahlen Wände dürfen nicht fehlen. »Auf einer Party wollen wir loslassen und den Alltag beiseitelegen. Dafür ist es notwendig, Reize zu haben, die wir im Alltag nicht verspüren«, so ihr Motto. Es sollte weder zu hell noch zu dunkel sein. Und auch für das schmale Partybudget hat Mareia einen Tipp: »In jedem Haushalt sind ein paar Schätze versteckt. Holt die Kuscheltiere raus, schmeißt die peinlichste Bettwäsche über einen Lampenschirm, hängt das Spielzeug aus dem Überraschungsei auf eine Pflanze und werdet kreativ!«

4. Veranstaltet sicher und strategisch!

Fredi Ferková, oder DJ BeFrediGend, ist hauptsächlich Veranstalterin und steckt unter anderem hinter den »hausgemacht«-Partys. Ihr Appell lautet: »Bringt, Gott verdammt, alles Wertvolle in Sicherheit!« Kleiner Side-Tipp: Während des Dekorierens bietet es sich an, die improvisierte DJ-Booth so einzurichten, dass keine Getränke in der Nähe von Musikequipment abgestellt werden können. Arrangiert die Gegend um die Anlage so stabil und sicher wie möglich. Bier im Mixer – das will niemand! Denn nach der Party zu heulen und Geld zu sammeln, mache laut Frederika niemandem Spaß. Außerdem sollte man nicht davon ausgehen, dass Gäste zu Bring-your-own-booze-Partys genügend Getränke mitnehmen. Das täten sie nämlich nie. »Außer du hast gediegene Freund*innen, aber dann ist eine Hausparty nichts für dich«, meint Fredi. Und was tun mit Nachbar*innen, die sich vom Lärm gestört fühlen könnten? Oft crashen sie die Party genau am Höhepunkt. Dann lade sie doch beim nächsten Mal einfach ein!

5. Vertraut auf eure Host-Fähigkeiten!

Fragt man Dafina Sylejmani, aka Dacid Go8lin, nach dem häufigsten Hausparty-Fauxpas, sagt sie, es gäbe keine Fehler, die man machen könnte, wenn man seine Gäste und die Umgebung kennt. Das Organisieren von Hauspartys ist also keine Raketenwissenschaft, so viel steht fest. Aus der Sicht der DJ, Rapperin, Produzentin und Gründerin des Kollektivs Femme DMC gehören Feiern in Clubs und in Privatwohnungen zusammen. Für sie persönlich sind das zwei verschiedene Dimensionen, die früher oder später ab einem gewissen Promillestand miteinander verschmelzen. Ohne Clubkultur gäbe es für sie keine Hauspartys. Ihre Botschaft an alle privaten Veranstalter*innen lautet beruhigend: »Scheißt euch nicht an!«

Und das müsst ihr auch wirklich nicht – wenn ihr diese Tipps befolgt.